Reshoring: Gescheitert beim Outsourcing

Posted by InterVenture on September 13, 2016

Scheitern beim Outsourcing

Als Reshoring, ursprünglich von den Vereinigten Staaten ausgehend, bezeichnet man die Praxis der Rückführung jener Unternehmens- oder Herstellungsprozesse ins Inland oder in benachbarte Länder, die im Rahmen des Outsourcings ins Ausland verlagert wurden (Offshoring).

Beim Reshoring müssen nicht komplette Produktions- oder Unternehmensprozesse ins Land zu rückgeholt werden, auch Teilbereiche lassen sich “reshoren”.

Reshoring wird mit den Begriffen Onshoring, Inshoring und Backshoring gleichgesetzt.

Werden im Zuge des Reshorings die betrieblichen Tätigkeiten nicht ins Inland, sondern ins benachbarte Ausland verlegt, so bezeichnet man das als Nearshoring.

Wie kommt es soweit?

Offshoring wird betrieben, um beispielsweise Produktionskosten, die bei der Herstellung im eigenen Land anfallen, mittels einer Auslagerung in Niedriglohnländer (China, Vietnam, Indien, etc.) zu senken. Meist ist dabei eine Verlagerung ins weit entfernte Ausland notwendig (Farshoring). Misserfolge im Offshoring zeichnen sich häufig im operativen Bereich ab, in minderer Qualität und Produktivität, erschwerter Kommunikation und einer langen Transport– und Produktionskette.

Gründe für das Scheitern des Farshoring

Die Auslagerung der Arbeitsprozesse oder betrieblichen Tätigkeiten ins weit entfernte Ausland, zum Beispiel nach Asien, geschieht mit dem Hintergrund, stark kostensenkend zu produzieren oder Vorgänge abzuwickeln. Allerdings kann man seit einigen Jahren einen Anstieg der Lohn- und Transportkosten auch in Niedriglohnländern wie China, Thailand, etc. verzeichnen.

Farshoring ist mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbunden, denen viele Unternehmen nicht gewachsen sind. Als Beispiele seien hier fehlendes Controlling, sprachliche Differenzen, moralische und humanitäre Konflikte bei der Produktion in Dritte-Welt-Ländern angeführt.

Hinzu kommen Risiken wie schwer zu ahndender Diebstahl des Eigentümergutes oder Wettbewerbsverstöße.

Nearshoring als effiziente Alternative

Netwrok Europa Karte

Mit der Verlagerung von Unternehmens- oder Produktionsprozessen ins nahe gelegene Ausland (Nearshoring) lassen sich alle Vorteile eines Outsourcings nutzen, ohne große Einbußen hinsichtlich Qualität und Flexibilität zu verbuchen. Häufige Nearshoring-Länder für Europa, bzw. speziell für Deutschland, Österreich und Schweiz sind osteuropäische Länder.

Im Gegensatz zu Farshoring lassen sich deutliche Vorteile bemessen.

Vorteile des Nearshoring

Ein großer Vorteil von Nearshoring besteht in der Sicherheit der Arbeitsprozesse durch die räumliche Nähe und schnellere Erreichbarkeit. Durch dieselbe oder ähnliche Zeitzone ist mit keinen zeitlichen Verlusten zu rechnen. Eine kürzere Produktionskette sowie die Verkürzung des Transit und damit verbundene Senkung der Transportkosten schafft Effizienz im Hinblick auf den gesamten Arbeitsablauf und auch eine größere Flexibilität.

Die Möglichkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen, stärkt den nahen Wirtschaftsraum.

Nearshoring zeichnet sich durch höhere Qualitätsstandards aus, als dies üblicherweise beim Farshoring erreicht werden kann. Trotz der höheren Lohnkosten gegenüber Niedriglohnländern wie denen Asiens kann eine Kostenersparnis erreicht werden. Durch die vereinfachte Kommunikation werden zudem Risiken gemindert, denen man beim Farshoring ausgesetzt ist. Auch Datenschutz kann mit einer höheren Sicherheit gewährleistet werden.

Was bringt die Zukunft?

Nearshoring Zukunft

Mit zunehmendem Nearshoring im Outsourcing-Prozess zeigt sich ein deutliches Wachstum der Dienstleistungs- und Produktionsbetriebe in den osteuropäischen Ländern, was der Versorgung im Outsourcing westeuropäischer Firmen zugute kommt.

Nearshoring stellt einen gangbaren und zunehmend attraktiven Weg dar, Prozesse auszulagern und dennoch von der räumlichen Nähe zu profitieren.

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